Die Reise hinter Ihrer Schokolade: Der Nestlé Cocoa Plan
Der Nestlé Cocoa Plan wurde 2009 ins Leben gerufen und blickt heute auf mehr als 15 Jahre Erfahrung vor Ort zurück. Bis heute hat das Programm mehr als 180.000 Kakaobäuerinnen und -bauern in 11 Ursprungsländern eingebunden und deckte im Jahr 2024 über 298.000 Tonnen Kakao ab.
1. Der Nestlé Cocoa Plan
Der 2009 gestartete Nestlé Cocoa Plan basiert auf drei Säulen:
Bessere Landwirtschaft>, durch Schulungen für Landwirtinnen und Landwirte in Guten Landwirtschaftlichen Praktiken (Good Agricultural Practices, GAPs), um ihre Lebensgrundlagen zu verbessern. Dazu gehören integriertes Schädlings- und Unkrautmanagement, Rückschnitt sowie das Pflanzen von Schattenbäumen zur Ertragssteigerung und zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit. Weitere Informationen finden Sie in Kapitel 2 der Rainforest Alliance und Nestlé Cocoa Plan Monitoring- und Evaluierungs-Highlights.
Zweitens bessere Lebensbedingungen, mit dem Ziel, die sozialen Bedingungen von Kakaobauernfamilien zu verbessern. Gemeinsam mit unseren Partnern unterstützen wir Frauen in kakaoproduzierenden Gemeinden durch Dorf-Spar- und Kreditgruppen (Village Savings and Loans Associations – VSLAs), stärken ihre Eigenständigkeit und verbessern ihren Zugang zu Finanzmitteln. Zudem gehen wir Risiken von Kinderarbeit mit dem Child Labor Monitoring and Remediation System (CLMRS) an, das wir 2012 in Partnerschaft mit der International Cocoa Initiative (ICI) entwickelt haben und das heute branchenweit als Standard gilt.
Drittens besserer Kakao, mit dem Ziel, die Rückverfolgbarkeit zu verbessern. Nestlé nutzt verschiedene Rückverfolgbarkeitssysteme, darunter Mass Balance, Segregated und Mixed Identity Preserved (weitere Informationen zu den verschiedenen Rückverfolgbarkeitsstufen finden Sie hier). Für in Europa verkaufte Produkte wird beispielsweise die Rainforest Alliance Mass-Balance-Zertifizierung angewendet. Alle direkt beschafften Bohnen werden unter segregierter Rückverfolgbarkeit geliefert.
Darüber hinaus fördern und unterstützen wir Kakaobauernfamilien durch das innovative Income Accelerator Program bei der Umsetzung von Veränderungen sowohl auf dem Betrieb als auch im Haushalt. Zu den geförderten Maßnahmen zählen unter anderem der Rückschnitt (auf dem Betrieb) sowie die Teilnahme an Dorf-Spar- und Kreditgruppen (im Haushalt).
2. Zertifizierung, Verifizierung & Rückverfolgbarkeit von Kakao
Unser Ziel ist es, bis Ende 2025 100 % des für Ihre Lieblingsschokolade verwendeten Kakaos über den Nestlé Cocoa Plan zu beziehen. Im Jahr 2024 erreichten wir bereits 89,9 %. Zur Unterstützung dieses Ziels werden wir weiterhin die Mengen an zertifiziertem oder verifiziertem Kakao auf Farmebene durch unabhängige Dritte erhöhen.
Der Großteil des Kakaos ist nach dem Rainforest Alliance Mass-Balance-System zertifiziert; zusätzlich werden auch segregierte sowie Mixed-Identity-Preserved-Kakaozutaten eingesetzt.
Ob Ihre Lieblingsschokolade Rainforest-Alliance-zertifizierten Kakao enthält, erkennen Sie am kleinen Frosch-Siegel auf der Verpackung. Für bestimmte Ursprünge wie Brasilien, Ecuador oder Venezuela sowie für lokale Anwendungen verfolgen wir einen durch unabhängige Dritte verifizierten Nestlé Cocoa Plan Ansatz.
Was bedeuten Mass Balance, Segregated und Mixed Identity Preserved Beschaffung?
Im Mass-Balance-System können zertifizierte/verifizierte und nicht zertifizierte/verifizierte Kakaozutaten während des Transports oder der Verarbeitung gemischt werden. Entscheidend ist, dass der Einkauf einer bestimmten Menge Rainforest-Alliance-zertifizierten oder Nestlé-Cocoa-Plan-verifizierten Kakaos der im Endprodukt verwendeten Menge entspricht. Dieser Ansatz gilt für Rainforest-Alliance-zertifizierten sowie Nestlé-Cocoa-Plan-verifizierten Kakao.
Segregated: Bei diesem Modell wird Kakao aus zertifizierten Betrieben physisch von nicht zertifiziertem Kakao über die gesamte Lieferkette hinweg getrennt gehalten. Dies gilt für direkt beschaffte Bohnen.
Mixed Identity Preserved-Kakao stammt von ausgewählten namentlich bekannten Zertifikatsinhabern (oder Kakaokooperativen) und wird getrennt von anderem Kakao gehalten. Dies gilt beispielsweise für die Kakaomasse (Kakaolikör) aus dem Nestlé Income Accelerator, die für bestimmte KitKat-Werke bezogen wird.
🔗 Erfahren Sie mehr über die Rainforest Alliance Kakaosertifizierung und die verschiedenen Rückverfolgbarkeitsstufen
3. Wie unterstützen wir Kakaobäuerinnen und ‑bauern dabei, ihre Lebensgrundlagen zu verbessern?
Unterstützung der Landwirtinnen und Landwirte durch Schulungen
Landwirtinnen und Landwirte profitieren von Schulungen zu Guten Landwirtschaftlichen Praktiken (Good Agricultural Practices, GAPs), die ihnen helfen, ihre Erträge zu steigern, ihr Einkommen zu erhöhen und ihre Lebensgrundlagen zu verbessern. So haben beispielsweise in Côte d’Ivoire im Jahr 2024 56 % der Landwirte mindestens vier Gute Landwirtschaftliche Praktiken (GAPs) in zufriedenstellender Qualität umgesetzt und damit die Grundlage für höhere Erträge und ein besseres Einkommen aus Kakao geschaffen.
Stärkung der Widerstandsfähigkeit durch Agroforstwirtschaft und regenerative Landwirtschaftspraktiken
Im Jahr 2024 verteilten wir mehr als 1,7 Millionen Wald- und Obstbäume an Kakaobäuerinnen und ‑bauern. Erstere spenden Schatten für Kakaobäume, letztere bieten die Möglichkeit zusätzlicher Einkommensquellen und fördern gleichzeitig die Biodiversität. Dabei werden einheimische Sorten wie Fraké, Irvingia, Akpi, Framiré, Bété und Poivre long verteilt.
Regenerative Landwirtschaftspraktiken werden als ganzheitlicher Ansatz gefördert, der positive Wirkungen auf drei zentrale landwirtschaftliche Ressourcen erzielt: Biodiversität, Wasser und Boden. Dieser Ansatz kann Gemeinden im Rahmen eines gerechten Übergangs unterstützen. Neben Agroforstwirtschaft werden auch Praktiken wie die Bodenbedeckung gefördert. So erreichten beispielsweise in Côte d’Ivoire im Jahr 2024 81 % der Kakaobäuerinnen und ‑bauern im Nestlé Cocoa Plan eine nahezu vollständige Bodenbedeckung.
🔗Lesen Sie mehr im Nestlé Cocoa Plan Fortschrittsbericht 2024 sowie in den Monitoring- und Evaluierungs-Highlights von Rainforest Alliance und Nestlé Cocoa Plan.
Stärkung von Gemeinschaften durch Sparmodelle
Die Gründung von Dorf-Spar- und Kreditgruppen (Village Savings and Loans Associations – VSLAs) wird unterstützt, um landwirtschaftlichen Familien – insbesondere Frauen – den Zugang zu Finanzdienstleistungen zu erleichtern und den Aufbau von Ersparnissen zu fördern. Diese Zusammenschlüsse ermöglichen es den Familien, in ihre Betriebe zu investieren und ihre Einkommensquellen zu diversifizieren. Im Rahmen des Nestlé Income Accelerator Programms (IAP) wurde im Vergleich zur Nicht‑IAP‑Referenzgruppe ein Anstieg der über VSLAs angesparten Beträge um 105 % verzeichnet.
🔗 Erfahren Sie mehr über VSLAs und ihre Wirkung und entdecken Sie den aktuellen Fortschrittsbericht zum Income Accelerator Program.
4. Wie unterstützen wir die Schulung von Kakaobäuerinnen und ‑bauern in Guten Landwirtschaftlichen Praktiken?
Die Zusammenarbeit mit Partnern ermöglicht die Bereitstellung von Schulungen und Ressourcen, die Landwirtinnen und Landwirte dabei unterstützen, sowohl die Qualität als auch die Menge ihrer Ernte zu verbessern.
Praxisnahe Schulungen mit messbarer Wirkung
Unsere Schulungsmaßnahmen konzentrieren sich auf die Förderung von fünf Guten Landwirtschaftlichen Praktiken:
- Schnitt- und Pflegetechniken, die die Produktivität von Kakaobäumen steigern
- Schädlings- und Krankheitsmanagement zum Schutz der Ernten
- Unkrautbekämpfung, um Kakaoparzellen frei von konkurrenzierenden Pflanzen zu halten
- Schattenmanagement zur Unterstützung eines günstigen Wachstumsumfelds für Kakao und Biodiversität
- Sachgerechte Ernte sowie Nacherntebehandlung, um die Qualität des Kakaos sicherzustellen
Diese Guten Landwirtschaftlichen Praktiken werden von der Rainforest Alliance überwacht und bewertet.
🔗 Um mehr über das Monitoring und die Evaluierung der Guten Landwirtschaftlichen Praktiken (GAPs) zu erfahren, lesen Sie den Rainforest Alliance Nestlé Cocoa Plan Summary Report.
5. Wie fördern wir die Biodiversität durch die Verteilung einheimischer Obst- und Waldbäume?
llein im Jahr 2024 wurden 1,7 Millionen einheimische Wald- und Obstbäume an Kakaobäuerinnen und ‑bauern in Westafrika verteilt. Durch die Bereitstellung einheimischer Baumarten für Teilnehmende des Nestlé Cocoa Plan in Côte d’Ivoire werden agroforstwirtschaftliche Praktiken gestärkt. Zu den verteilten Sorten zählen unter anderem Fraké, Irvingia, Akpi, Framiré, Bété und Poivre long, um die Biodiversität zu fördern und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten zu schaffen.
Diese Wald- und Obstbäume dienen dazu:
- Natürlichen Schatten für Kakaopflanzen bereitzustellen
- Lebensräume für heimische Wildtiere und Bestäuber zu schaffen
- Die Bodengesundheit und Wasserspeicherung zu verbessern
- Zusätzliche Einkommensmöglichkeiten durch Früchte und Holz zu bieten
- Betriebe bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen
🔗Lesen Sie unseren Nestlé Cocoa Plan Fortschrittsbericht 2024.
6. Förderung des Zugangs zu Bildung
Im Rahmen des Nestlé Cocoa Plan ist die Förderung des Zugangs zu Bildung eine der zentralen Maßnahmen, um Kindern Chancen für eine bessere Zukunft zu eröffnen.
Bis Oktober 2025 wurden insgesamt 86 Schulneubauten und ‑renovierungen abgeschlossen, davon 81 in Côte d’Ivoire und 5 in Ghana. 36 dieser Projekte wurden in der ersten Phase gemeinsam mit Winrock International umgesetzt, während die übrigen im Rahmen der International Cocoa Initiative (ICI) als Teil des Child Labor Monitoring and Remediation System (CLMRS) finanziert werden.
Mit Unterstützung der Jacobs Foundation werden Maßnahmen zur Verbesserung der Schulbildung in Côte d’Ivoire umgesetzt und der Zugang zu formaler Bildung für mehr Kinder über die Child Learning and Education Facility (CLEF) erweitert – eine Koalition von Organisationen, die sich der Verbesserung von Bildungsergebnissen in ländlichen Gemeinden verschrieben hat. Nestlé trat CLEF im Jahr 2020 bei. Bis heute hat CLEF 420 Klassenräume gebaut und ausgestattet, 18 Kinderbetreuungszentren eingerichtet sowie 660 Brückenklassen geschaffen, um 19.800 Kindern ohne Schulzugang den Übergang in das formale Bildungssystem zu ermöglichen. Bis 2030 verfolgt CLEF das Ziel, 5 Millionen Kindern Schulbildung zu ermöglichen.
Erfahren Sie mehr über die Child Learning and Education Facility (CLEF)
Darüber hinaus zielt der innovative, familienzentrierte Ansatz des Income Accelerator Programms darauf ab, die Einkommenslücke hin zu einem existenzsichernden Einkommen zu schließen und Risiken von Kinderarbeit zu reduzieren. Ein zentraler Schwerpunkt liegt dabei auf der Einschulung von Kindern, wobei Anreize direkt an Frauen ausgezahlt werden, um Kakaobauernfamilien bei Bildungsausgaben zu unterstützen.
Entdecken Sie den aktuellen Fortschrittsbericht zum Income Accelerator Program