Krankheitsprävention auf der Kakaofarm
In Côte d’Ivoire und Ghana wird der Kakao im Rahmen des Nestlé Cocoa Plan angebaut und nach dem Rainforest Alliance Standard für nachhaltige Landwirtschaft 2020 zertifiziert. Dabei ist es entscheidend, ein starkes Zertifizierungssystem zu fördern, das den Einsatz von Pestiziden kontrolliert und auf ein Minimum reduziert.
Mit dem Anstieg von Schädlingsbefall an Kakaobäumen stehen Kakaobauern vor großen Herausforderungen. Zu den häufigsten Krankheiten zählen der Schwarzfäulepilz und der Kakaokapselbohrer. Bleiben diese unkontrolliert, hat das schwerwiegende ökologische und wirtschaftliche Folgen – Ernteverluste von bis zu 30 % sind möglich. Die Eindämmung dieser sich rasch ausbreitenden Krankheiten ist daher entscheidend – sowohl für die Lebensgrundlage der Bauern als auch für den Erhalt der Kakaoplantagen selbst.
Ein zentraler Schrittist die Anwendung eines integrierten Schädlingsmanagements, wie es im Rainforest Alliance Standard festgelegt ist. Das bedeutet – um den Standard zu zitieren: „Zur Vorbeugung und Bekämpfung von Schädlingen wenden Produzenten zunächst biologische, physikalische und andere nicht-chemische Methoden an und dokumentieren deren Einsatz sowie Wirksamkeit.“
Darüber hinaus haben wir festgestellt, dass ein gründlicher Pflanzenschnitt, wie er im Nestlé Income Accelerator Program praktiziert wird, das Krankheitsaufkommen deutlich reduziert. Er verbessert die Luftzirkulation und erleichtert die gezielte Entfernung befallener Pflanzenteile. Weitere Details zu den Auswirkungen des Schnitts finden Sie im aktuellen KIT Midline Report zur Pilotphase.
Pestizide dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn alle Maßnahmen des integrierten Schädlingsmanagements ausgeschöpft sind.
Der Rainforest Alliance Standard (Abschnitt 4.6.1) verbietet den Einsatz von Pestiziden, die:
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auf der Rainforest-Alliance-Liste der verbotenen oder veralteten Pestizide stehen,
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gesetzlich verboten sind oder
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in dem Land, in dem sich die Farm befindet, nicht gesetzlich zugelassen sind.
Ein sorgfältiger Umgang mit Pestiziden schützt die Gesundheit und Sicherheit der Landwirten und ihrer Familien – ebenso wie die der Verbraucher.
Die Landwirte werden jährlich von geschulten Trainern im integrierten Schädlingsmanagement und im sicheren Umgang mit Chemikalien gemäß dem Rainforest-Alliance-Kodex unterwiesen.
Das bedeutet: Landwirte, die Pestizide einsetzen, sind sowohl in deren Vorbereitung als auch Anwendung geschult, und es werden professionelle Sprühteams bevorzugt.
Bei der Anwendung von Pestiziden ist die Richtlinie der Rainforest Alliance eindeutig (Abschnitt 4.5.3):
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„Anwendungen erfolgen ausschließlich auf den betroffenen Pflanzen und Flächen.
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Wirkstoffe werden rotiert, um Resistenzbildung zu vermeiden und zu verringern.
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Kalendermäßige Sprühungen werden vermieden und sind nur auf Empfehlung einer fachkundigen Person oder einer zuständigen nationalen Behörde zulässig.“
Darüber hinaus schreibt der Standard vor, dass der Einsatz von Chemikalien streng überwacht und dokumentiert wird und leere Behälter sicher entsorgt werden. Die Landwirte verwenden ausschließlich Agrarchemikalien, die von autorisierten Händlern stammen – in Originalverpackung, versiegelt und gemäß den Herstelleranweisungen.
Zusätzlich zur Standardrichtlinie wird der tatsächliche Pestizideinsatz durch Erhebungen der Rainforest Alliance überwacht.
Das Team des Nestlé Cocoa Plan hat gemeinsam mit seinen lokalen Partner eine Reihe gezielter Maßnahmen umgesetzt, um neue Schädlingsausbrüche auf Kakaofarmen einzudämmen – selbstverständlich in Übereinstimmung mit dem Rainforest-Alliance-Standard.