Agroforstwirtschaft im Rahmen des Income Accelerator Program
Als innovativer, familienorientierter Ansatz zielt das Income Accelerator Program darauf ab, die Einkommenslücke von Kakaobauernfamilien zu schließen und das Risiko von Kinderarbeit zu verringern – durch die Förderung positiven Verhaltens und Anreize für nachhaltige Praktiken, sowohl im Haushalt als auch auf den Farmen.
Das Programm soll die Lebensbedingungen von Kakaobauernfamilien langfristig verbessern. Es belohnt sie nicht nur für Menge und Qualität ihrer Kakaobohnen, sondern auch für Maßnahmen, die der Umwelt und der lokalen Gemeinschaft zugutekommen. Zudem motiviert und befähigt das Programm die teilnehmenden Familien, in vier zentralen Bereichen aktiv zu werden: Schulbildung, gute landwirtschaftliche Praktiken, Agroforstwirtschaft und Einkommensdiversifizierung. Familien, die am Programm teilnehmen, können in den ersten zwei Jahren bis zu 500 € pro Jahr erhalten und anschließend 250 € jährlich. Die Prämien werden über Mobile Money gleichmäßig an beide Haushaltsvorstände – also Mann und Frau – ausgezahlt, um Gleichstellung zu fördern, finanzielle Verantwortung zu teilen und die Widerstandsfähigkeit der Haushalte zu stärken.
Kakaobauernfamilien können außerdem bis zu 100 € an Prämien erhalten, wenn sie sich an Agroforstwirtschaftsaktivitäten beteiligen – einem der vier zentralen Pfeiler des Income Accelerator Program. Im Rahmen des Programms erhalten die Familien einheimische Wald- und Obstbaumarten wie Fraké, Irvingia, Akpi, Framiré, Bété oder Peper, um die Widerstandsfähigkeit ihrer Kakaofarmen zu verbessern, die Biodiversität zu fördern und neue Einkommensmöglichkeiten zu schaffen.
Welchen Einfluss hat das Income Accelerator Program auf die Agroforstwirtschaft?
Eine im Sommer 2023 veröffentlichte Zwischenbilanz des KIT-Instituts (Royal Tropical Institute) zur Pilotphase des Programmsuntersuchte 1.000 Kakaobauernfamilien, die am Income Accelerator Program teilnehmen. Die Analyse zeigte deutliche Fortschritte bei den Agroforstaktivitäten:
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Im Durchschnitt erhielt jede Familie 20 Schatten- und Obstbäume, bereit zur Pflanzung.
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Insgesamt wurden 20.000 Setzlinge verteilt.
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92 % der Familien gaben an, die Bäume bereits gepflanzt zu haben.
Ursprünglich war das Ziel, 10 Bäume pro Jahr und Hektar zu pflanzen. Laut den Daten unserer Partner wurde dieses Ziel jedoch verdoppelt – auf 20 Bäume pro Jahr und Hektar. Wir freuen uns, dass wir unser ursprüngliches Pflanzziel übertroffen haben. Diese Schattenbäume kommen zusätzlich zu den 1 Million Bäumen, die bereits im Rahmen des Nestlé Cocoa Plan verteilt wurden(siehe aktuellen Fortschrittsbericht des Nestlé Cocoa Plan).
Mit der geplanten Erweiterung der Reichweite des Income Accelerator Program in Côte d’Ivoire und Ghana hat die Pilotphase wertvolle Erkenntnisse geliefert, um Wirkung und Effizienz künftig weiter zu steigern. Unser Ziel ist es, das volle Potenzial des Programms auszuschöpfen – indem wir auf den gewonnenen Erfahrungen aufbauen und verdeutlichen, warum es für Kakaobauernfamilien wichtig ist, sich schon heute an nachhaltigen Praktiken wie der Agroforstwirtschaft zu beteiligen. Denn genau dadurch stärken sie langfristig ihre Widerstandsfähigkeit.
Nach dem Start der Pilotphase im Jahr 2020 wurde das Programm in Côte d’Ivoire in einer Testphase im größeren Maßstab mit 10.000 Kakaobauernfamilien fortgeführt. Heute erreicht das Programm bereits 30.000 Familien in Côte d’Ivoire und Ghana – und soll bis 2030 auf rund 160.000 Familien ausgeweitet werden.
Wir werden auch künftig die Aufforstung weiter vorantreiben, indem wir Agroforstwirtschaftsaktivitäten fördern, Setzlinge von Wald- und Obstbäumen bereitstellen und die erfolgreiche Pflanzung und Pflege durch Kakaobauernfamilien unterstützen – als Teil unserer Ziele bis 2030.
Erfahren Sie mehr über das Income Accelerator Program und seine Wirkung auf Kakaobauernfamilien:
Wie das Programm funktioniert;
Die Fortschrittsberichte des Income Accelerator Program
Die Berichte des KIT-Instituts.