Gezielter Pflanzenschnitt: ein Schlüsselfaktor für nachhaltige Kakaoproduktion
Gute landwirtschaftliche Praktiken im Rahmen des Income Accelerator Program
Als innovativer, familienorientierter Ansatz zielt das Income Accelerator Program darauf ab, die Einkommenslücke von Kakaobauernfamilien zu schließen und das Risiko von Kinderarbeit zu verringern – durch die Förderung positiven Verhaltens und Anreize für nachhaltige Praktiken, sowohl im Haushalt als auch auf den Farmen.
Das Programm soll die Lebensbedingungen von Kakaobauernfamilien langfristig verbessern. Es belohnt sie nicht nur für Menge und Qualität ihrer Kakaobohnen, sondern auch für Maßnahmen, die der Umwelt und der lokalen Gemeinschaft zugutekommen. Zudem motiviert und befähigt das Programm die teilnehmenden Familien, in vier zentralen Bereichen aktiv zu werden: Schulbildung, gute landwirtschaftliche Praktiken, Agroforstwirtschaft und Einkommensdiversifizierung.
In den ersten zwei Jahren können Familien im Programm jährlich bis zu 500 € erhalten – (100 € pro Handlungsfeld, plus weitere 100 €, wenn die Familie alle vier Bereiche erfolgreich umsetzt). Die Prämien werden gleichmäßig zwischen beiden Haushaltsvorständen – also Frau und Mann – aufgeteilt, um Geschlechtergerechtigkeit zu fördern, finanzielle Verantwortung zu teilen und die Widerstandsfähigkeit der Haushalte zu stärken.
Kakaobauernfamilien können durch gezielten Qualitäts- oder Architekturschnitt – einen der vier Pfeiler des Income Accelerator Program – bis zu 100 € an Prämien erhalten. Die ersten 50 % der Prämie werden ausgezahlt, sobald Familien zusagen, an den Schnittmaßnahmen teilzunehmen. So wird sichergestellt, dass sie über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um in den Pflanzenschnitt auf ihren Farmen zu investieren.
Um allen Familien den Zugang zu hochwertigem Pflanzenschnitt zu ermöglichen, schulen und statten wir Mitglieder der lokalen Gemeinschaft aus. Sie lernen, wie sie eine neue, strukturierte und abgestufte Methode anwenden – den sogenannten Architekturschnitt. Dabei werden nach einem festgelegten System gezielt kranke, abgestorbene oder unproduktive Äste entfernt, sodass die verbleibenden Triebe und Früchte besser mit Nährstoffen versorgt werden. Geschulte lokale Farmerteams geben ihr Wissen weiter und helfen anderen Familien, den Architekturschnitt auf ihren Farmen umzusetzen. Das stärkt die gesamte Gemeinschaft: Der allgemeine Qualitätsstandard beim Pflanzenschnitt steigt, die Mitglieder der Schnittgruppen können ihr Einkommen diversifizieren, und zugleich werden Pflanzenkrankheiten sowie Ernteverluste verringert, die Farmpflege erleichtert und die Kakaofrüchte größer.
Wie wirkt sich der Pflanzenschnitt auf Familien im Income Accelerator Program aus?
Der im Sommer 2023 vom KIT-Institut veröffentlichteMidline-Bericht zur Pilotphase untersuchte 1.000 Kakaobauernfamilien, die am Income Accelerator Program teilnehmen. Die Analyse zeigte deutliche Fortschritte:
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Ein Zuwachs von fast 20 % im Vergleich zu den durchschnittlichen Erträgen von unbeschnittenen Kakaofeldern – mit 22 % der Haushalte, die eine Tonne Kakao pro Hektar Land erreichten.
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43 % die Hälfte aller Haushalte übertraf das Programmziel, jährlich eine Hektarfläche zu beschneiden – und vielepflegten sogar bis zu zwei Hektar.
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Allen teilnehmenden Haushalten wurden Schnittdienstleistungen bereitgestellt, außerdem wurden 55 Schnittgruppen gegründet.
Während das Income Accelerator Program in Côte d’Ivoire und Ghana weiter wächst, liefert die Pilotphase wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft. Im Bereich guter landwirtschaftlicher Praktiken besteht eine der nächsten Maßnahmen darin, stärker hervorzuheben, warum diese Aktivitäten den Landwirten und ihren Betrieben mittel- bis langfristig zugutekommen. Dies ist wichtig, da einige Landwirte dem architektonischen Schnitt zunächst skeptisch gegenüberstanden – vor allem wegen der radikalen Vorgehensweise und der vielen Äste, die dabei entfernt werden mussten. Daher mussten die Teams vor Ort die Umsetzung der Maßnahme eng begleiten, um sicherzustellen, dass die Methode korrekt angewendet wurde.
Nach dem Start der Pilotphase im Jahr 2020 wurde das Programm in Côte d’Ivoire in einer Testphase im größeren Maßstab mit 10.000 Kakaobauernfamilien fortgeführt. Heute erreicht das Programm bereits 30.000 Familien in Côte d’Ivoire und Ghana – und soll bis 2030 auf rund 160.000 Familien ausgeweitet werden.
Gute landwirtschaftliche Methoden werden auch weiterhin eine zentrale Rolle im Programm spielen, während wir auf unser Ziel für 2030 hinarbeiten.
Erfahren Sie mehr über das Income Accelerator Program und seine Wirkung auf Kakaobauernfamilien:
Wie das Programm funktioniert;
Die Fortschrittsberichte des Income Accelerator Program; und die
Berichte des KIT-Instituts.